Meine 10 Lieblingsorte auf der Nordinsel in Neuseeland

Emerald Lakes im Tongariro National Park

Neuseeland ist eines dieser Länder, bei denen man gefühlt alle paar Kilometer in einer komplett anderen Landschaft landet. Besonders die Nordinsel Neuseelands hat mich mit ihrer Mischung aus Vulkanlandschaften, dichten Wäldern, Küsten, kleinen Städtchen und natürlich jeder Menge „Herr der Ringe“-Feeling begeistert.

Während unserer Reise haben wir viele verschiedene Orte besucht – manche waren absolute Must-sees, andere haben uns eher unerwartet überrascht. In diesem Beitrag zeige ich euch meine 10 Lieblingsorte auf der Nordinsel und verrate euch, was sich meiner Meinung nach wirklich lohnt.

1. Waipoua Kauri Forest

Waipoua Kauri Forest 2022
Cleaning Station vor dem Eingang zum Waipoua Kauri Forest

Wenn ihr im Norden der Nordinsel unterwegs seid, solltet ihr einen Stopp im Waipoua Kauri Forest einplanen. Der Wald im Northland ist Heimat einiger der beeindruckendsten Kauri-Bäume Neuseelands und fühlt sich stellenweise fast wie aus einer anderen Welt an.

Der bekannteste Bewohner des Waldes ist Tāne Mahuta, der größte noch lebende Kauri-Baum Neuseelands. Schon vor ihm zu stehen, ist beeindruckend – vor allem, wenn man bedenkt, wie alt diese Bäume werden können.

Neben Tāne Mahuta gibt es im Waipoua Forest noch weitere riesige Kauri-Bäume und verschiedene kurze Wanderwege durch den Wald. Besonders schön fand ich die Atmosphäre: Zwischen den gewaltigen Baumstämmen wird es ruhig und fast ein bisschen mystisch.

Mein Tipp: Plant den Besuch nicht nur als kurzen Fotostopp ein. Gerade die kleinen Wege durch den Wald machen den Besuch besonders. Und denkt daran, die Regeln zum Schutz der Kauri-Bäume zu beachten – die Bäume sind durch Krankheiten wie die Kauri dieback disease gefährdet. Lies mehr dazu beim offiziellen Department of Conservation.

Für mich definitiv einer der Orte auf der Nordinsel, die zeigen, wie außergewöhnlich die Natur Neuseelands ist.

2. Mount Maunganui

Mount Maunganui ist definitiv kein Geheimtipp. Der Ort ist touristisch, voll und entsprechend beliebt – aber ganz ehrlich: Das hat seinen Grund.

Der gleichnamige Berg ist das Wahrzeichen des Ortes und lässt sich zu Fuß erklimmen. Die Wanderung nach oben lohnt sich definitiv, denn vom Gipfel habt ihr einen tollen Blick über die Küste, den Strand und den Ort.

Nach der Wanderung könnt ihr es dann etwas entspannter angehen lassen. Die Hot Pools am Fuße des Berges sind perfekt, um die müden Beine wieder etwas zu entspannen.

Ja, Mount Maunganui ist touristisch. Aber manchmal sind die Orte eben nicht ohne Grund so beliebt. Wer schöne Strände, Meer, eine kleine Wanderung und etwas Urlaubsatmosphäre miteinander verbinden möchte, ist hier richtig.

3. Hobbiton

Hobbingen – Neuseeland

Für Fans von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ führt eigentlich kein Weg an Hobbiton vorbei.

Das Hobbiton Movie Set liegt bei Matamata und ist genau das, was man sich als Fan erhofft: kleine Hobbit-Häuser, runde Türen, gepflegte Gärten, der Green Dragon und jede Menge Details, die direkt aus Mittelerde stammen könnten.

Natürlich ist der Besuch ziemlich touristisch und alles andere als ein Geheimtipp. Dazu kommt der nicht ganz günstige Eintrittspreis: Rechnet mit ungefähr 90 Euro pro Person für die Tour. Für einen normalen Sightseeing-Stopp ist das definitiv viel Geld.

Wenn ihr allerdings mit den Filmen aufgewachsen seid und plötzlich selbst durch das Auenland lauft, kann sich der Preis trotzdem lohnen. Gerade die vielen kleinen Details machen den Besuch besonders.

Mein Tipp: Wenn Hobbiton für euch ein Highlight der Neuseeland-Reise sein soll, würde ich die Tour im Voraus buchen. Der Besuch ist sehr beliebt und die Plätze sind entsprechend begrenzt.

Für mich deshalb ganz klar ein Must-see auf der Nordinsel. Oder sollte ich sagen in Mittelerde?

4. Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

Die Nordinsel ist für ihre vulkanische Aktivität bekannt – und Wai-O-Tapu Thermal Wonderland zeigt ziemlich eindrucksvoll, was dabei entstehen kann.

Das Geothermalgebiet bei Rotorua ist eine faszinierende Mischung aus bunten Kratern, dampfenden Seen, blubberndem Schlamm und intensiven Farben. Besonders die unterschiedlichen Mineralien sorgen dafür, dass die Landschaft teilweise fast surreal aussieht.

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist der Champagne Pool. Und auch wenn er so heißt: Bitte nicht auf die Idee kommen, darin baden zu wollen. Der Name klingt deutlich einladender, als es die Realität ist.

Tipp für euren Besuch

Plant euren Besuch so, dass ihr den Lady Knox Geyser mitnehmen könnt. Der Geysir befindet sich im Wai-O-Tapu-Gebiet und bricht zu einer festgelegten Zeit aus. Wenn ihr ohnehin dort seid, lohnt es sich, den Besuch entsprechend zu planen.

Wer bisher dachte, Neuseeland bestünde hauptsächlich aus grünen Bergen und schönen Stränden, bekommt hier eine völlig andere Seite des Landes zu sehen.

Atemberaubende Natur und definitiv einen Besuch wert! Den Geruch muss ich aber nicht auf Dauer ertragen müssen. Ob die Leute in Rotorua das schon nicht mehr riechen?

5. Tongariro Alpine Crossing

Das Tongariro Alpine Crossing gehört für mich ganz klar auf jede Liste der Must-dos auf der Nordinsel.

Die Wanderung führt durch eine beeindruckende Vulkanlandschaft und fühlt sich stellenweise wirklich an, als wäre man auf einem anderen Planeten unterwegs. Krater, Lavafelder, Berge und die berühmten Emerald Lakes machen die Strecke zu einem der spektakulärsten Wandererlebnisse unserer Reise.

Und für „Herr der Ringe“-Fans gibt es noch einen besonderen Grund, warum die Landschaft so bekannt vorkommt: Der Mount Ngauruhoe diente als Vorlage für den Schicksalsberg beziehungsweise Mount Doom in den Filmen.

Dabei sollte man die Tour nicht unterschätzen: Das Wetter kann sich schnell ändern und die Wanderung ist durchaus anstrengend. Gute Vorbereitung ist also wichtig.

Aber wenn die Bedingungen stimmen, ist die Landschaft einfach unglaublich.

Mein Tipp: Informiert euch vor dem Start unbedingt über Wetter, Streckenbedingungen und mögliche Sperrungen. Gerade bei einer alpinen Wanderung sollte man sich nicht einfach auf gutes Wetter am Morgen verlassen.

6. Taupō

Steingravuram am Tauposee in Neuseeland

Ich habe das Gefühl, dass Taupō manchmal ein bisschen unterschätzt wird.

Für uns war es einer dieser Orte, an denen wir uns einfach wohlgefühlt haben. Das Wetter war während unseres Aufenthalts richtig gut, der Ort selbst ist klein und entspannt und der riesige Lake Taupō sorgt natürlich für eine tolle Kulisse.

In der Umgebung gibt es außerdem die Huka Falls, die definitiv einen Abstecher wert sind. Wir haben auch eine Bootstour auf dem Lake Taupō gemacht. Die war okay, aber für mich nicht unbedingt das Highlight.

Taupō ist vielleicht nicht der spektakulärste Ort der Nordinsel – aber genau diese Mischung aus See, Natur und gemütlichem Städtchen hat mir gefallen.

Ein bisschen underrated, würde ich sagen.

Wenn ihr also ohnehin auf dem Weg zum Tongariro National Park seid, würde ich Taupō nicht einfach links liegen lassen.

7. Castlepoint

Leuchtturm am Castlepoint in Neuseeland

Castlepoint war für mich eine der schöneren Überraschungen auf der Nordinsel.

Die Landschaft an der Küste ist wunderschön und wirkt gleichzeitig wild und rau. Besonders der Leuchtturm ist ein tolles Fotomotiv und macht die Gegend ziemlich einzigartig.

Mit etwas Glück könnt ihr hier sogar Seelöwen beobachten.

Besonders schön fand ich Castlepoint aber bei Nacht. Wenn der Leuchtturm beleuchtet ist und die Umgebung ruhig wird, bekommt der Ort noch einmal eine ganz andere Atmosphäre.

Für mich definitiv ein Ort, bei dem sich ein längerer Aufenthalt lohnt – gerade wenn ihr auf eurem Roadtrip nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten abklappern möchtet.

8. Egmont National Park

Unterholz im Mt. Egmont National Park in Neuseeland

Wer Lust auf richtig viel Grün hat, sollte den Egmont National Park auf dem Zettel haben.

Der Wald dort ist unglaublich dicht und stellenweise fühlt man sich tatsächlich wie mitten im Dschungel. Die Wanderung, die wir gemacht haben, war richtig schön – auch wenn wir leider nicht besonders weit gekommen sind.

Der Grund war denkbar einfach: Uns ging langsam das Tageslicht aus.

Eine Sache sollte man bei Wanderungen hier allerdings definitiv nicht unterschätzen: Hängebrücken. Wer bei schwankenden Brücken weiche Knie bekommt, sollte sich zumindest mental darauf einstellen. Gerade mitten im dichten Wald können die Wege und Übergänge ziemlich abenteuerlich wirken.

Bei Wanderungen in Neuseeland sollte man die Entfernungen und die Zeit außerdem wirklich nicht unterschätzen. Wir mussten irgendwann umdrehen, bevor es dunkel wurde.

Trotzdem ist mir der Egmont National Park vor allem wegen seiner dichten, fast mystischen Waldlandschaft in Erinnerung geblieben.

9. Kaitoke Regional Park

Noch ein „Herr der Ringe“-Ort – diesmal aber mitten im Wald.

Der Kaitoke Regional Park diente als Drehort für Rivendell und ist damit natürlich besonders für Fans der Filme interessant. Selbst wenn man den Filmbezug einmal ausblendet, ist der Park wunderschön.

Dichte Wälder, kleine Wege und eine richtig schöne, ruhige Atmosphäre machen den Park zu einem tollen Zwischenstopp.

Wir haben hier auch gecampt, was für mich perfekt zum Ort gepasst hat. Nach einem Tag unterwegs einfach mitten in der Natur zu stehen und dort zu übernachten, gehört für mich zu den schönsten Seiten eines Roadtrips durch Neuseeland.

Und wer bei „Rivendell“ direkt an Elben denkt: Ja, ein bisschen fühlt es sich tatsächlich so an.

10. Wellington

Die Straßen von Wellington in Neuseeland

Den Abschluss macht Wellington – und damit eine Stadt, die mir deutlich besser gefallen hat als Auckland.

Wellington hat für mich einfach mehr Charakter. Die Stadt hat eine ganz eigene Atmosphäre, viele kleine Ecken, Cafés, Kultur und natürlich ihre Lage direkt am Wasser.

Ein absolutes Highlight war für uns die Wētā Workshop Tour. Wer sich für Filme, Fantasy, Special Effects oder einfach ein bisschen Nerdkram interessiert, sollte sich das definitiv ansehen. Hier bekommt ihr einen spannenden Einblick hinter die Kulissen von Filmproduktionen und erfahrt, wie Requisiten, Kreaturen und Special Effects entstehen.

Wellington wäre deshalb auch meine Empfehlung, wenn ihr eure Neuseeland-Rundreise auf der Nordinsel beginnt. Die Stadt ist ein richtig guter Einstieg und hat für mich deutlich mehr „Vibe“ als Auckland.


Fazit: Meine Lieblingsorte auf der Nordinsel

Die Nordinsel Neuseelands hat definitiv einige wunderschöne Ecken zu bieten. Besonders die Mischung aus Vulkanlandschaften, Thermalgebieten, dichten Wäldern, Küsten und den vielen „Herr der Ringe“-Drehorten macht sie abwechslungsreich.

Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich Hobbiton, das Tongariro Alpine Crossing, Castlepoint und Wellington zu meinen persönlichen Highlights zählen. Aber auch die kleineren Orte wie Kai Iwi Lakes oder Taupō sind mir besonders positiv in Erinnerung geblieben.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Die Südinsel hat mich deutlich mehr umgehauen. Die Landschaft dort war für mich noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Gerade wenn ihr zum ersten Mal nach Neuseeland reist und genug Zeit für beide Inseln habt, würde ich deshalb nicht nur die Nordinsel einplanen.

Die Nordinsel lohnt sich absolut – aber für mich persönlich war die Südinsel das größere Highlight unserer Neuseeland-Reise.

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