Work & Travel in Neuseeland
– Tipps & Tricks

Diese Dinge hätte ich gerne vorher gewusst!

Du hast den Entschluss gefasst ans andere Ende der Welt zu fliegen oder willst dich grade erst darüber informieren wann, wie und wo man am besten startet? Dann bist du hier genau richtig! Von 2022 bis 2023 habe ich in Neuseeland gelebt, gearbeitet und bin natürlich auch herum gereist. Und da ich kein Gatekeeper bin, teile ich meine wichtigsten Erkenntnisse mit dir.

Einige Dinge musst du unbedingt vor der Reise erledigt haben, sonst lassen dich die Kiwis nicht rein, oder du machst dir selbst das Leben unnötig schwer. Ich liste dir die wichtigsten Dinge auf, die du nicht vergessen solltest.

Visum

Bevor du ins Land der Langen weißen Wolke aufbrichst (und länger als 3 Monate bleiben willst), musst du dir ein sogenanntes „Working Holiday Visum“ beantragen. Diese Voraussetzungen musst du dabei erfüllen:

  • Deutsche Staatsangehörigkeit
  • Gültiger Reisepass (min. noch 3 Monate nach Ankunftsdatum gültig)
  • Min. 18 Jahre alt / Max. 30 Jahre alt (Du darfst deinen 31. Geburtstag noch nicht erreicht haben)
  • Mindestens NZD 4.200 (ca. 2.600 €) Vermögen (Nachweis erforderlich z. B. Kontoauszug)
  • Du darfst noch kein Working-Holiday-Visum für Neuseeland erhalten haben
  • Keine Vorstrafen
  • Guter Gesundheitszustand (In manchen Fällen wird ein Gesundheitscheck oder Röntgenfoto verlangt.)
  • Auslandskrankenversicherung für den gesamten Aufenthalt
  • Rück- bzw. Weiterreiseticket (Nicht immer nötig, je nach dem was im Visum steht – bei OnwardTicket kann man sich Flugtickets reservieren und das dann vorzeigen, falls man noch keins hat)
  • Absicht, Neuseeland zu verlassen (Keine Ahnung wie man das nachweisen soll, aber man muss einen plausiblen Grund haben. Danach wird mE aber nicht gefragt)

Erfüllst du diese Voraussetzungen, dann kannst du dir auf der Seite Immigration New Zealand dein Working-Holiday-Visa beantragen. In den meisten Fällen dauert die Bearbeitung um die 2 Wochen, es kann aber auch länger dauern. Die Kosten betragen um die 770 NZD (Stand März 2026).


Neuseeländisches Bankkonto

Du fragst dich jetzt bestimmt: Wie soll ich mir denn VOR der Reise nach Neuseeland bereits ein neuseeländisches Bankkonto eröffnen? Hier kommt ein richtiger Profitipp von mir, den damals mein Partner herausgefunden hat:

Du richtest dir ein Multi-Währungs-Konto ein!

Davon hast du bestimmt schon mal gehört: Du machst dir einen Account (z. B. bei WISE) und richtest dir da ein Mal ein Konto für EUR an und dann legst du dir ein weiteres Konto für NZD an. Das Konto ist kostenlos und was hierbei von enormer Wichtigkeit ist: So hast du schon vor deiner Ankunft in Neuseeland eine neuseeländische Bankverbindung. Die ist nämlich notwendig um dir eine neuseeländische Steuernummer zu organisieren. Ohne gehts nicht! Die App von WISE ist zudem praktisch und echt übersichtlich.

So umgehst du es, am ersten Tag nach deiner Ankunft erstmal zu nächsten Bank zu rennen um dir ein Konto zu eröffnen – was ich dir trotzdem empfehlen würde. Ich hatte ein weiteres Konto für tägliche Ausgaben bei der ANZ und war wirklich zufrieden.

Es gibt bestimmt inzwischen auch noch weitere Anbieter, doch diesen haben wir damals gewählt, waren zufrieden und heute benutze ich das Konto immer noch als Sparkonto.

Inland Revenue Number (IRD) – Neuseeländische Steuernummer

Da du wahrscheinlich nach Ankunft in Neuseeland knapp bei Kasse sein wirst und schnell einen Job brauchst, brauchst du so schnell es geht eine IRD Nummer. Hast du bereits im Vorfeld eine neuseeländische Bankverbindung (z. B. über WISE) eingerichtet, dann entfällt die nervige Warterei auf deine Kontonummer bei einer Bank vor Ort und du kannst dir direkt auf der Seite vom Inland Revenue eine Steuernummer (IRD) beantragen.

Das brauchst du für den Antrag:

  1. Foto von deinem Ausweis/Reisepass
  2. Deine Visanummer
  3. Deine deutsche Steueridentifikationsnummer
  4. Deine neuseeländische Kontonummer
  5. Ausgefülltes IRD Formular

Wenn du das vollständig abgschickt hast, dann wirst du innerhalb weniger Tage deine IRD Number haben und kannst dich auf Jobs bewerben.


Dein Job in Deutschland

An dieser Stelle gibt es nur zwei Varianten, wie das ganze ablaufen kann:

  1. Du lässt dich von deinem Arbeitgeber freistellen (bezahlt oder unbezahlt)
  2. Du kündigst deinen Job

Ich habe mich damals für die Kündigung entschieden (auch wenn mir die Freistellung angeboten wurde) und musste folgende Dinge tun:

  • Vom deutschen Arbeitsmarkt abmelden
    Man meldet sich WEDER arbeitssuchend, NOCH arbeitslos – Man muss bei der Agentur für Arbeit sich vom deutschen Arbeitsmarkt abmelden. Da man nicht in Deutschland ist, steht man dem deutschen Arbeitsmarkt für den Zeitraum auch nicht als potentielle Arbeitskraft zur Verfügung. Klingt logisch, aber dass dies das korrekte Vorgehen ist, wusste ich damals auch noch nicht.
  • Bei der Krankenkasse abmelden
    Da man dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht, bezahlt die Agentur für Arbeit auch nicht die Sozialabgaben. Bei mir lagen zwischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses und Abreise damals knappe zwei Wochen. Es gibt eine Übergangsfrist in der man noch versichert ist (auch ohne Tätigkeit in Deutschland), aber die ist gering. Sprich: Noch in Deutschland rumhängen und nicht versichert sein, ist richtig doof. Da darf einem nichts passieren, würde ich also nicht empfehlen. Wenn man dann von der Reise zurückkehrt, dann muss man sofort entweder am gleichen Tag noch oder am darauffolgendem Tag SOFORT wieder zur Agentur für Arbeit fahren und sich am deutschen Arbeitsmarkt anmelden, damit man versichert ist – GANZ WICHTIG! Ansonsten einfach bei der KK anrufen und sich abmelden.
Biosecurity Control

Nach deiner Ankunft an einem der Flughäfen in Neuseeland (In meinem Fall war es Auckland), kommt neben der Passkontrolle noch eine weitere Kontrolle dazu. Für die plant ihr lieber einiges an Zeit ein. Da Neuseeland ein sehr empfindliches Ökosystem hat, sind die Kontrollen bei der Einreise äußert streng. Dreck, Pollen oder andere Rückstände an euch und eurer Kleidung – z. B. an Wanderstiefeln – muss am besten vor dem Flug gründlichst gereinigt werden und selbst dann ist die Wahrscheinlichkeit immer noch hoch, dass ihr euren gesamten Rucksack oder Koffer auspacken müsst und vor Ort erstmal Schuhe putzt.

Auf der Webseite des Ministry for Primary Industries könnt ihr dazu noch mehr lesen.


SIM Karte

Wenn ich auf Reisen bin, dann hole ich mir meistens für die Dauer des Aufenthalts eine lokale SIM-Karte. Heutzutage gibt es auch einige E-SIM Anbieter, aber die fand ich bisher immer teurer als die SIM-Karten vor Ort. Es kann schon praktisch sein, aber wenn ihr eh vor habt länger in Neuseeland zu bleiben, dann bietet sich ein Vertrag oder eine Prepaid-Karte der nationalen Anbieter an.

Die größten Anbieter sind One NZ (ehemals Vodafone), SPARK und 2degrees. Ich war damals bei SPARK und war rundum zufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis.


Unterkunft

Falls ihr euch darum noch nicht im Vorfeld gekümmert habt, dann müsst ihr euch spätestens bei eurer Anreise um einen Schlafplatz kümmern.

AirBnB

Wir haben in Auckland zwei Mal in einem AirBnB geschlafen und waren beide Male recht happy. Unsere erste und unsere letzte Woche verbrachten wir in Auckland in einem AirBnb und beide Male haben wir um die 250€ pro Woche bezahlt.

Hostel

Der Klassiker unter Backpackern – aber ich hasse Hostels einfach so sehr. Ich habe mich in unserer zweiten Woche in Auckland drauf eingelassen eine Woche in einem Hostel nicht weit von der berühmten K-Road zu wohnen, da man dort leichter Leute kennenlernt. Ich hasse es aber einfach mit fremden Menschen in einem Raum zu schlafen und von den vollgestopften Hostelkühlschränken mit halb vergammelten Lebensmitteln will ich gar nicht erst anfangen!

Eine Woche für zwei Personen kostet ähnlich viel wie ein günstiges AirBnB – um die 250€.

Shared House

Für Menschen wie mich die Hostels einfach nur schrecklich finden, sind Shared Houses ein guter Kompromiss. Es gibt viele Häuser wo Studenten, Backpacker und andere junge Leute zusammen wohnen und Geld sparen. Ungefähr zwei Monate haben wir in Parnell in einem Shared House mit 8 weiteren Leuten gelebt. Wir hatten ein winziges Zimmer, aber immerhin gab es einen Garten und wir konnten dort unseren Van ausbauen. Ab und zu haben wir mit unseren Flatmates auch mal ein BBQ gemacht und konnten echt eine gute Zeit haben.

Preislich war für uns das Shared House die günstigste Option in Auckland, denn da haben wir circa 200€ die Woche bezahlt, dafür mussten wir uns aber auch ein winziges Zimmer teilen. Auf Dauer ist das nichts, aber wir wollten unser ganzes Geld lieber in unseren Van und die Reisevorbereitungen stecken.

Jobs

Also was Jobs angeht, kann man hier mit etwas Glück oder Unglück an so ziemlich alles kommen. Die typischsten Rollen sind jedoch:

  • Landwirtschaft
    Obst pflücken (z. B. Äpfel, Kiwis, Kirschen), Gemüse ernten, Weinlese auf Weingütern, Arbeiten auf Milch- oder Schafsfarmen
  • Hospitality / Gastronomie
    Kellner/in, Barista, Küchenhilfe, Barkeeper, Housekeeping in Hotels
  • Tourismus & Outdoor
    Rezeption in Hostels, Tourguide, Check-in-Staff bei Aktivitäten (Jetboat, Bungy, Skigebiete), Ticketverkauf
  • Bau & Handwerk (Construction)
    Baustellenhilfe (Labourer), Abbrucharbeiten, einfache Renovierungsarbeiten
  • Packhäuser / Lebensmittelproduktion
    Obst sortieren, Verpacken, Qualitätskontrolle
  • Saisonarbeit in Skigebieten
    Lift-Operator, Verleih-Shop, Gastronomie im Skigebiet

Ich habe aber schon von den wildesten Jobs in Neuseeland oder auch Australien gehört. Ein Kumpel von mir hat einfach bei einem Filmset gearbeitet, als „Der Hobbit“ gedreht wurde.

Wo du Jobs findest

Es gibt in Neuseeland verschiedene Möglichkeiten, einen Job zu finden. Einerseits stößt man in Hostels häufig auf Aushänge, an denen kurzfristige Stellenangebote hängen. Auch ein Spaziergang durch die Stadt kann sich lohnen, denn viele Cafés, Bars oder Geschäfte hängen einfach ein „Staff wanted“-Schild ins Schaufenster. Wer lieber den klassischen Weg geht, kann natürlich auch online suchen. Eine bekannte Anlaufstelle dafür ist Backpackerboard – eine ziemlich altbackene Seite, die aber zuverlässig ihren Zweck erfüllt. Anders als in Australien gibt es in Neuseeland allerdings kein Gumtree, das dort für viele Backpacker eine der wichtigsten Plattformen zur Jobsuche ist. Eine weitere Seite ist Backpackerjobboard – hier kann man gut nach Regionen und Arten von Jobs filtern.

Der Mindestlohn in Neuseeland beträgt knapp 24 NZD – was in etwa 13 bis 14 EUR beträgt. Gerade Construction Work kann lukrativer sein, aber körperlich sau anstrengend!

ACHTUNG! Gerade Fruit Picking Jobs werden oft nach Akkord bezahlt. Sprich: du kriegst eine flexible Vergütung, je nach dem wie viel du erntest. Bist du langsam, dann guckst du blöd aus der Wäsche, bist du schnell, kannst du hier gutes Geld verdienen!

Eins steht fest: Du solltest anpacken können und dir nicht zu schade für die „Drecksarbeit“ sein. Die Kiwis sind dankbar für die Backpacker die ins Land kommen und ihnen die Arbeit abnehmen, die keiner machen will.

Tipps zum Autokauf

Kleiner Tipp vorweg: Falls du bis hier hin in deinem Leben nicht mehr Berührungspunkte mit Autos hattest als das deiner Eltern oder die Fahrschulautos, dann lass dir vor deiner Abreise aus Deutschland lieber nochmal die wichtigsten Dinge erklären. Ich habs nicht gemacht und meine Unwissenheit war teuer!

  1. Tipp
    Ein normaler, internationaler Führerschein reicht in Neuseeland nicht um ein eigenes Auto zu kaufen und zu fahren. Du musst deinen Führerschein bei einer anerkannten Stelle übersetzen und dies bescheinigen lassen.
  2. Tipp
    Der neuseeländische „WOF – Warrant of Fitness“ ist nicht das gleiche wie ein deutscher „TÜV“ – das Fahrzeug wird viel oberflächlicher durchgecheckt. Trotzdem muss dein zukünftiges Fahrzeug einen gültigen WOF haben.
  3. Tipp
    Das Fahrzeug muss eine gültige Vehicle Registration (Rego) haben. Neuregistrierungen kosten zwischen 100 und 200 NZD.
  4. Tipp
    Anders als in Deutschland gehen Bußgelder nicht direkt an den Fahrzeughalter, sondern auf das Fahrzeug selbst. Checke vor deinem Kauf, ob auf der Kennzeichennummer noch offene Rechnungen sind oder noch schlimmer: Ob das Fahrzeug als gestohlen gilt.
  5. Tipp
    Lasse einen Pre-Purchase-Check von einem Mechaniker durchführen. Du bist damit zwar nicht zu 100% auf der sicheren Seite, aber wenn jemand der sein Geld mit dem Reparieren von Autos verdient sagt, dass die Blechbüchse die du dir kaufen willst kein Totalschaden ist, dann kannst du schon mal aufatmen. So ein Check kostet meist um die 150 bis 200 NZD und das kann ein Mechaniker meist nochmal eben zwischen seine Termine quetschen.
  6. Tipp
    Schließe (mindestens) eine Third Party Insurance – eine Haftpflichtversicherung für dein neues Fahrzeug ab.

Wo kann man Autos kaufen?

Zum Autokauf lohnt es sich in die größeren Städte wie Auckland, Christchurch, Welligton oder Queenstown zu gehen, denn dort sind die meisten Backpacker bzw. Käufer zu finden. Aber auch online gibt es einige Optionen, wie man einen fahrbaren Untersatz findet oder auch wieder loswerden kann.

TradeMe

Die Plattform wird auch liebevoll das neuseeländische eBay genannt. Hier kann man Inserate einstellen und Autos kaufen wie auch verkaufen. Die Registrierung kann soweit ich mich erinnere aber nur mit einer neuseeländischen Handynummer vorgenommen werden.

Facebook Marketplace

Ich hatte zu meiner Zeit in Neuseeland schon seit längerer Zeit kein facebook mehr, aber ich habe mir extra für den Marketplace wieder ein Profil erstellt. Gefühlt alles läuft über facebook Marketplace. Hier habe ich oft nach Fahrzeugen geschaut und das Angebot ist echt groß!

Car Fairs

Hauptsächlich am Wochenende finden in Städten wie Auckland sogenannte „Car Fairs“ statt, wo Händler und Privatleute ihre Fahrzeuge vor Ort anbieten. Hier lohnt es sich vorbeizuschauen, denn man kann oft direkt eine Probefahrt machen. Unseren geliebten Kalle haben wir in Auckland auf der City Car Fair an ein nettes Pärchen aus Wales verkauft. Ich muss sagen: Mir hat der persönliche Kontakt vor Ort immer besser gefallen als Anzeigen durchzuschauen.

Spontanität? Schwierig …

Mal eben mit deinem neu gekauften Van spontan mit der Fähre von der Nordinsel auf die Südinsel übersetzen? Ist nicht!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in Neuseeland Aktivitäten, Touren und Tickets teils weit im Voraus buchen muss. Unser Ticket für die Fähre haben wir wenn ich mich recht erinner mindestens einen Monat im Voraus gebucht. Und selbst dann kann die Überfahrt noch im letzten Moment wegen schlechtem Wetter abgesagt werden.

Ihr wollt auf einer Hütte des DOC – Department of Conservation auf eurer Wanderung übernachten? Dann plant dies rechtzeitig und bucht euch den Platz vorher online. Die Plätze sind äußert begrenzt und im neuseeländischen Sommer kommen viele Touristen ins Land.


Wetter in Neuseeland

Das habt ihr wahrscheinlich schon oft gehört, aber das Wetter in Neuseeland ist echt unberechenbar. Man kann wirklich „4 seasons in a day“ haben. In einen Moment regnet es und im nächsten scheint die Sonne.

Oft stand ich bei uns in Auckland auf der Terasse und habe mich über Sonnenschein gewundert der durch die regnerische Wolkendecke brach. Seid stets auf alles vorbereitet! Trotzdem laufen die Einheimischen stets mit Flip Flops durch die Gegend. Fand ich immer amüsant.

Das Klima fand ich dagegen sehr angenehm! Das ozeanisch geprägte Klima sorgt dort für eine angenehme Milde. Natürlich gibt es regionale Unterschiede. In den Bergen herrscht ein eher alpines Klima, wogegen der Norden Neuseeland schon ein Subtropisches Klima hat. Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass mir das Klima sehr gut tat mit der salzigen Meeresluft, denn ich war nicht ein einziges Mal krank während meiner Monate vor Ort.


Du solltest Outdooraktivitäten mögen

Mein Eindruck von Neuseeland war, dass verglichen zu Europa selbst in den großenn Städten relativ wenig kulturelles Angebot herrscht – vielleicht gab es aber auch einfach keine Dinge die mich interessierten oder zu teuer für meinen schmalen Backpacker-Geldbeutel waren. Ich fand es jedenfalls super boring!

Wenn man jedoch auf Outdoor-Aktivitäten steht, dann gibt es eine breite Palette an Angeboten.Sei es Wandern, Bergsteigen, Angeln, Surfen, Bungeejumping, Helikopterflüge, Wildwasser-Rafting oder Ski fahren auf einem aktiven Vulkan – In Neuseeland ist in der Hinsicht nichts unmöglich! Wer darauf steht ist hier in so einer Art Mekka angekommen. Aber eine Sache die mich am wandern in Neuseeland „gestört“ hat: Es gibt auf den Bergen keine Einkehrmöglichkeit. Kein Bierli und kein Kaiserschmarrn nach dem beschwerlichen Aufstieg!

Wo wir beim Wandern sind: Mich ärgert es im Nachhinein, dass ich so schlecht vorbereitet war. Ohne Funktionskleidung – ja nicht nur Wanderstiefel – ist es quasi unmöglich eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen. Davon hat Neuseeland echt ein paar richtig tolle auf Lager. Also kauft euch anständige Funktionskleidung falls ihr sowas machen wollt! Sollte ich nochmal nach Neuseeland kommen, dann sind diese Wanderungen das erste was ich nachholen würde.


Sandflies

Diese kleinen Biester haben mir damals den letzten Nerv geraubt! Hauptsächlich trifft man sie an der Westküste von Neuseelands Südinsel an und dann aber zu hunderten und tausenden. Da sie sich am Boden aufhalten werden sie sich zu erst über deine Füße und Knöchel hermachen, aber sie können auch fliegen und werden dich komplett zerbeißen. Ihre Bisse sind 5 Mal schmerzhafter und juckender als die einer normalen Mücke. Mir haben die Viecher damals komplett die Zeit an der Westküste versaut, da sie über mich hergefallen sind. Ihr merkt ich bin mit denen komplett auf Kriegsfuß.

Das einzige was hilft: DEET (Diethyltoluamid) – ein bewährtes Insektenabwehrmittel was auch bei Moskitos hilft. Ich empfehle euch DEET mit mindestens 50% zu kaufen und euch damit regelmäßig einzuschmieren wenn die Dinger um euch kreisen.

Aber seid unbesorgt: Ihr trefft sie wirklich hauptsächlich in Westcoast und Fjordland an. Der Rest Neuseelands war meiner Erfahrung nach „sandfly-frei“.

Aller Abschied ist schwer! Ja sogar für mich. Auch wenn ich nicht die beste Zeit in Neuseeland hatte, gab es doch schöne Momente, Orte und Menschen die mir in Erinnerung geblieben sind und mich das Land sogar ein klein wenig vermissen lassen. Ich glaube ein Land in dem man außerhalb seines Heimatlandes mal gelebt hat, kann man nicht einfach so vergessen und hinter sich lassen.

Hier sind nochmal ein paar Tipps und Hinweise was du tun solltest bevor du Neuseeland wieder verlässt:

Steuern

Anders als in Deutschland, musst du deine Steuererklärung in Neuseeland nicht selbst machen (oder machen lassen). Das passiert hier komplett automatisch. Du bekommst deine Erstattung automatisch auf das Konto, welches du bei der IRD angegeben hast.

Ob es auch Nachzahlungen gibt, kann ich schwer sagen. Als Backpacker halte ich es für unwahrscheinlich, da man extrem wenig verdient und dementsprechend auch wenig Steuern abführt – aber sag niemals nie! Ich kenne jedoch niemanden, der in Neuseeland Steuern nachzahlen musste.


Verträge kündigen

Das sollte selbstverständlich sein, aber denkt dran eure Handy-, Fitnessstudio- oder andere Verträge vor eurer Ausreise zu kündigen.

Bankkonto schliessen

Bevor du Neuseeland verlässt, musst du dein Bankkonto (z. B. bei der ANZ) schließen. Wartest du noch auf deine Steuererstattung, dann gib am besten dein Multiwährungskonto (z. B. bei WISE) bei der IRD an.

Ich hatte mein Bankkonto einen Tag vor der Steuererstattung geschlossen und hatte Glück, dass die in der kurzen Zeit dann noch Zugriff darauf hatten – Sie konnten es mir dann noch auszahlen. Sonst wären 700 NZD einfach weg gewesen.

Kleiner Disclaimer: Hierbei handelt es sich um meine Erfahrungen und meine Sicht auf die Dinge. Bei den Tipps habe ich vorher nochmal recherchiert, aber auch hier können mir Fehler unterlaufen, oder Informationen veraltet sein (Ich bin auch nur ein Mensch). Trotzdem hoffe ich natürlich euch wertvolle Informationen hier gegeben zu haben. Natürlich gibt es da noch viel viel mehr – schreibt mir gerne wenn ihr mehr wissen möchtet. 🙂

Viaduct Harbour in Auckland – Neuseeland
Hobbingen – Neuseeland
Hooker Valley Track mit Mt Cook im Hintergrund

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner