Unglaubliche Orte auf Java

Das Bild zeigt den Bromo Tengger Semeru Nationalpark bei Sonnenaufgang.

Wenn ich zurückblicke, dann war Indonesien das Land wo ich in der grandiosen Zeit vor Ort leider auch immer negative Erlebnisse hatte – so auch auf Java. Hier war mein erster Auslandsbesuch bei einem Arzt und ich war echt froh, dass ich eine Auslandskrankenversicherung hatte! Dazu später mehr.

Unsere Reiseroute führte uns von der Hauptstadt des Landes anhand ein paar Stopps ein Mal quer bis ans andere Ende wo wir dann mit der Fähre weiter nach Bali reisten.

Sehr vereinfachte Karte der Insel Java in dunkelbraun mit runden, hellbaluen Markern

Indonesiens verrückte Hauptstadt Jakarta

Die meisten Reisenden kommen in Jakarta an und machen sich dann ganz schell auf die Socken um von dort wieder weg zu kommen. Wie lange wir vor Ort waren und wie es uns gefallen hat, kannst du in meinem seperaten Blogpost nachlesen.

Yogyakarta – Das kulturelle Zentrum von Java

Mit dem Zug ging es für uns von der Gambir Station in Jakarta weiter nach Yogyakarta, was relativ im Zentrum der Insel nahe der Südküste liegt. Die Fahrt dauerte circa acht Stunden und war erstaunlich komfortabel. Wenn du mehr Infos zum Zugfahren auf Java suchst, dann kannst du hier viele wichtige Infos finden.

Yogyakarta ist in meinen Augen jetzt keine wahre Schönheit, aber um Längen besser als Jakarta. Der vibe ist viel entspannter und rund um die Stadt gibt es jede Menge zu entdecken! Aber selbst in der Stadt sind 1-2 Orte sehenswert.

Unsere Unterkunft

Natürlich habe ich vor unserer Reise fleißig recherchiert und bei Indojunkies das Happy Buddha Hostel gefunden. Das Hostel war mega toll! Wir waren mit unserem Doppelzimmer wirklich zufrieden und auch das Personal war dort echt klasse. Das Einzige was uns gestört hat, war die Moschee nebenan – die hat teils schon um halb 5 Radau gemacht und uns aus dem Schlaf gerissen. Wen das nicht stört: Das ist meiner Meinung nach die perfekte Unterkunft in Yogya.

Jalan Malioboro

Die Malioboro Straße ist eine belebte Straße unweit des Hauptbahnhofs in Yogyakarta – man kann es sogar als kleine Flaniermeile beschreiben. Hier kann man shoppen und am Wochenende ist richtig was los! Leider habe ich keine Bilder vor Ort gemacht. Meistens mache ich keine Bilder, wenn der Ort mich nicht umhaut. Trotzdem finde ich, dass die Malioboro Straße einen Besuch wert ist! Hier gibt es nämlich einige Läden in denen noch traditionelles Batik-Handwerk ausgeübt wird. Die Galerien und Werkstätten bieten sogar Workshops an – das klingt mega cool! Gerne hätten wir hier damals was gekauft, aber wir haben uns dagegen entschieden, weil die Reise ja noch weiter nach Neuseeland ging.

Taman Sari – Das Wasserschloss

Ein absolutes Highlight hat Yogyakarta auf jeden Fall zu bieten: Das Lustschloss des Sultans aus dem 18. Jahrhundert. Hier ließ es sich der Sultan mit seiner Familie so richtig gut gehen.

In der Blütezeit des Komplexes erstreckte sich dieser über viele Gebäude und er hatte unterschiedlichste Funktionen. Leider ist davon nicht viel erhalten geblieben. Was man heute noch besuchen kann, ist dennoch wunderschön und eindrucksvoll. Man kann sich beim spazieren richtig gut vorstellen, wie der Sultan und seine Familie hier an einem warmen Tag gebadet und entspannt haben.

Wasserschloss Taman Sari in Yogyakarta, Indonesien.
Das reich verzierte Eingangstor zum Taman Sari Wasserschloss in Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien

Das Video (mit der unglaublich schlechten Auflösung) zeigt und erklärt die Funktion und Ausmaße der Anlage besser als ich es schreiben könnte.

Das Taman Sari befindet sich in der Altstadt von Yogyakarta. Hier kann man durch niedliche, verwinkelte Gassen schlendern, super leckeres Streetfood essen und ein paar Kunsthandwerksläden besuchen.

Wunderschöne Tempelanlagen

Wofür Yogyakarta hauptsächlich unter Reisenden bekannt ist, sind die beiden Tempel „Borobodur“ und „Prambanan“ welche sich unweit der Stadt befinden. Mit dem Roller sind diese gut erreichbar.

Borobodur Tempel

Luftaufnahme des Borobodur-Tempels auf Java in Indonesien.

Zu erst ging es für uns zum Borobodur Tempel, welcher die größte buddhistische Tempelanlage der gesamten Welt ist! Das eindrucksvolle Bauwerk ist eine quadratische Pyramide die sich in neun Etagen terassenförmig zuspitzt. Auf den Etagen befinden sich kleinere Stupas in denen jeweils eine Buddhastatue sitzt. Der Bau ist unglaublich reich verziert und hat eine wichtige Bedeutung für den Buddhismus. Für circa 1000 Jahre geriet das Bauwerk in Vergessenheit und war überwuchtert vom Dschungel, bis im 19. Jahrhundert der britische Gouverneur der Insel anhand von Berichten und Gerüchten nach dem Tempel suchte und nach der Wiederentdeckung die Restaurierung einleitete. Von 2011 bis 2017 beteiligte sich ebenfalls die Bundesrepublik Deutschland an Restaurierungsarbeiten!

Leider war es uns nicht vergönnt den Tempel in seiner gesamten Pracht zu erleben. Die noch herrschenden Covid-Regeln des Landes sahen vor, dass man sich die Anlage nur von unten anschauen durfte. Das war so traurig! Die wahre Pracht sieht man nämlich erst wenn man oben ist. Der Preis war (soweit ich mich erinnere) mit ca. 25€ pro Person dafür echt nicht gerechtfertigt. Definitiv eine Sache die ich nachholen würde, sollte ich nochmal in der Gegend sein!

Prambanan Tempel

Prambanan Tempel bei Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien

Am nächsten Tag ging es für uns in die entgegengesetzte Richtung zum hinduistischen Tempel Prambanan, welcher der größte seiner Art in Indonesien und einer der größten in Südostasien ist. Der Tempel entstand ungefähr zur gleichen Zeit wie der Borobodur-Tempel, aber ist ganz anders aufgebaut. Die Aufteilung auf verschiedene Schreine und die spitz zulaufenden Dächer sind typische Merkmale eines hinduistischen Tempels.

Wir haben ein besonderes Talent dafür uns auf reisen immer wieder vorzunehmen Dinge nicht in der Mittagszeit zu unternehmen und am Ende genau dann vor Ort zu sein um uns etwas anzuschauen: hier war es genau das gleiche Spiel. Am Eingang bekamen wir zwar zwei kleine Flaschen Wasser, doch die reichten kaum bis zum Tempel. In der prallen Sonne war der Besuch gut anstrengend. Außerdem fiel es uns schwer den Besuch zu genießen, da es schien als wäre nicht der Tempel die Hauptattraktion, sondern wir!

Wir konnten kaum ein paar Meter gehen, ohne dass wir uns wie ein Promi gefühlt haben. Wenn sich eine Person getraut hat uns anszusprechen, dann kamen gleich fünf weitere dazu, die entweder mit auf das Bild wollten, oder ein eigenes schießen. So geschmeichelt wie ich mich gefühlt habe, wurde es schnell lästig, da ich mir ja eigentlich den Tempel anschauen wollte.

Als wir uns von dem Hauptplatz weg bewegten wurde es ruhiger und wir hatten dann doch noch genügend Zeit um uns umzusehen.

Was wir außerdem ziemlich seltsam fanden, war die Musik die auf dem Gelände über die Lautsprecher trällerte. Sie hat dem Ort eine eher bedrohliche, als mystische Atmosphäre verliehen und hat uns an die Musik des Pokemon-Turms in Lavandia von damals erinnert.

Malang

Hier scheiden sich bestimmt die Geister! Malang sollte für uns als Ausgangsort verschiedener „Highlight-Touren“ dienen. Die Stadt hat wirklich nichts sehenswertes an sich. Man kann hier schlafen, es gibt auch Cafés wo man was leckeres zu essen bekommt, aber das wars auch schon. Nur das Street-Food was es Abends in Malang gab hat uns außerordentlich gut gefallen.

Horror auf der Anreise

Da uns die erste Zugfahrt von Jakarta nach Yogykarta ganz gut gefallen hatte, wollten wir die Strecke wieder mit dem Zug zurücklegen. Auch diese dauerte circa 8 Stunden, aber leider ging es mir zum Ende hin sehr schlecht.

Kleiner Exkurs: Bevor wir die Reise antraten war ich bereits 3 Wochen lang krank und hatte mir heftige Bakterien beim Feiern eingefangen (danke Berghain für gar nichts :D).

Nun kam es, dass ich eine halbe Stunde vor Ankunft in Malang auf ein Mal ein starkes Jucken zwischen den Beinen spürte, was ich noch nie hatte! Ich warnte meinen Partner schon vor, dass da unten etwas ganz und gar nicht gut war. Nachdem wir dann mit dem Taxi erstmal noch in die falsche Richtung gefahren sind und wir den Rezeptionisten unserer Unterkunft wachklingeln mussten, konnte ich mir endlich das Desaster angucken. Ich will nicht zu viel sagen, aber das sah da unten nicht so aus wie das aussehen sollte und ich habe erstmal nen Nervenzusammenbruch bekommen. Zu oft hat man schon von Horrorstorys aus tropischen Ländern gehört wo Leute sich Parasiten eingefangen haben oder heftige Krankheiten bekamen. Es war inzwischen nachts um halb 2 und ich entschied mich erstmal ein paar Stunden zu schlafen. Am nächsten Tag ging ich zum Gynäkologen, welcher mir zum Glück die Panik nehmen konnte, mir ein paar Medis verschrieb und mich dann wieder gehen ließ. Was für ein Timing .. einen Tag später sollte doch das Highlight dieser Indonesien Reise anstehen!

Bromo Tengger Semeru Nationalpark

Mein Partner hatte uns für die Tage in Malang eine wirklich gute 150er Maschine organisiert, mir der wir dann auf eigene Faust in der Nacht von Malang hoch in die Berge fuhren. Für die Tour ab Malang gab es zu der Zeit leider nicht viele Infos wie man am besten vorgeht. Die meisten Touren – auch geführten Touren – gehen ab der Hafenstadt Probolinggo los. Doch wir wollten es selbst wagen und fuhren aus dem warmen Malang los immer höher, bis es irgendwann kälter wurde und wir uns etwas überziehen mussten. Die Nacht war ruhig und wir fuhren langsam, da der relativ schmale weg nicht beleuchtet war.

So ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde bevor wir am bekannten „King Kong Hill“ ankommen sollten, wurden wir mitten auf der Straße von zwei jungen Männern angehalten. Per Google Translate teilten sie uns mit, dass wir einen anderen Weg zum King Kong Hill nehmen sollten als unser Navi sagte – zu gefährlich. Davon ließen wir uns überzeugen und nahmen den Umweg den sie uns gezeigt hatten.

Am Eingang des Nationalparks zahlten wir fix unseren Eintritt und fuhren dann weiter zum Aussichtspunkt. Wir waren bereits spät dran und die Sonne begann im Osten langsam aufzugehen. Also hasteten wir zum Hill und wurden augenblicklich mit dem wohl atemberaubensten Panorame belohnt, welches ich mir jemals hätte vorstellen können.

Das Bild zeigt ein Panorama des Bromo Tengger Semeru Nationalparks auf der Insel Java in Indonesien.

Noch heute fehlen mir die Worte um diesem Ausblick gerecht zu werden. Mir kam es so vor als wäre das was ich sehe gar nicht echt – wie eine große Leinwand die jemand vor mir aufgestellt hatte. Doch die Vulkane vor mir stießen Rauch aus. Die Sonne wanderte und tauchte die Szenerie immer mehr in Licht. Auf dem Hügel machte ein Tourist seiner Partnerin einen Antrag und ich muss sagen: Wenn das nicht der perfekte Ort dafür ist, dann weiß ich es auch nicht.

Wir blieben hier und genossen den Ausblick, bis alle Touristen weg waren. Dann holten wir uns einen Kakao und aßen unsere Mahlzeit mit der wohl besten Aussicht die man zum Frühstück haben kann.

Auch wenn es schwer war sich abzuwenden, fuhren wir dann mit unserem Scooter den extrem steilen Weg hinunter ins „Sea of Sands“. Eingekesselt von hohen Steinwänden kämpften wir uns durch den sandigen Untergrund bis zum Fuße des Bromo Vulkans (der kleine Krater im linken Teil des Bildes). Hier führte nämlich eine Treppe bis hinauf zum Kraterrand. Der Weg war beschwerlich und anstrengend, aber ein Must-Do! Man kann sich auch von einem Pferd hochtragen lassen, aber das ist meiner Meinung nach total daneben. Die armen Tiere stehen dort den ganzen Tag in der prallen Sonne und leiden auch so schon genug. Ich mache sowas auf jeden Fall nicht.

Oben angekommen sieht man einen kleinen Schrein mit Opfergaben. Die Vulkane sind für die Einheimischen äußert heilig und hier huldigen sie ihnen. Man kann vom Krater komplett in die Öffnung des Vulkans hineinsehen. Ich fand es extrem faszinieren wie das Loch beinahe kreisrund ist und aus vielen kleinen Spalten der Schwefeldampf unter enormen Druck austritt. Es war richtig laut!

Auf dem Krater ließen wir es uns dann auch nicht nehmen und machten ein paar coole Fotos bevor wir dann die Heimreise antraten.

Wir kämpften uns wieder durch das Sea of Sands, fuhren den extrem steilen Weg zum King Kong Hill hinauf und traten den Heimweg nach Malang an. Bei Tageslicht merkten wir erst was für eine Strecke wir das gefahren sind. Teilweise fuhren wir auf einem Bergrücken wo der Weg nur geschätzte zwei Meter breit war – rechts und links ging es steil bergab. Doch natürlich sind wir heile wieder angekommen! Im Gespräch mit Einheimischen waren die auch jedes Mal sehr erstaunt, dass wir das auf eigene Faust gemacht haben. Viel zu gefährlich hörten wir dann immer wieder – Mehr Glück als Verstand gehabt würde ich sagen!

Vom Armenviertel zur Attraktion

Stadtviertel Jodipan in Malang aus der Vogelperspektive

Unseren nächsten Tag ließen wir ruhig angehen. Es stand zwar noch ein weiteres Highlight an, doch wir wollten nicht schon wieder 4 Stunden mit dem Roller unterwegs sein. Also holten wir uns beim Café um die Ecke was zum frühstücken und fuhren dann zum Stadtteil Jodipan.

Bunte Häuser im Stadtviertel Jodipan in Malang

Jodipan war einst ein Armenviertel. Aufgrund der miserablen Zustände wollte die lokale Regierung das ganze Viertel umsiedeln und abreißen lassen. Die Studenten der örtlichen Universität hatten jedoch die Idee das Viertel lebenswerter zu gestalten und ließen die Häuser auf der einen Seite des Flusses blau anmalen und die Häuser der anderen Seite in den Farben des Regenbogens. Der Plan ging so gut auf, dass es heutzutage Touristen – so auch uns – anzieht die durch die Gassen wandern und sich die Streetart anschauen. Die gelbe Fußgängerbrücke verdindet die beiden Seiten mit einander.

Ich finde Jodipan ist einen Besuch wert, wenn man eh in Malang ist. Eintritt haben wir nicht zahlen müssen, aber auf anderen Blogs habe ich gelesen, dass es wohl einen Haupteingang gibt wo man einen kleines Obolus entrichtet – finde ich aber auch total fair und richtig.

Tumpak Sewu Wasserfall

Und wieder schwungen wir uns gute zwei Stunden auf unser motorisiertes Ross um zum nächsten Highlight der Insel zu fahren. In der prallen Sonne habe ich einen wunderschönen Abdruck entlang meiner Radler-Hose bekommen und muss im nachhinein sagen: zieht euch auch in warmen Ländern unbedingt lange Sachen an um euch vor der Sonne zu schützen. In Deutschland lieben wir die Sonne ja unglaublich doll, aber in Ländern wie Indonesien ist die Sonne nicht nur dein Freund! Aggressive Sonnenbrände, Hitzschlag und Sonnenstich bekommt man hier schnell. Um zu unserem Ziel zu kommen mussten wir da aber durch.

Ziemlich genau südlich vom Vulkan Semeru gelegen (das ist der hinterste auf meinem Bild mit den Vulkanen) ist der Wasserfall den wir uns angucken wollten. Wenn man Glück hat und ganz früh morgens da ist bevor sich der Himmel mit Wolken zuzieht, kann man ein Bild vom Wasserfall machen in dessen Hintergrund der Semeru aufragt. Wir waren natürlich mal wieder zur Mittagszeit da und da war alles schon wieder wolkenverhangen. Ein schönes Bild an der Aussichtsplattform gab es trotzdem!

Von hier aus nahmen wir den Weg hinunter zum Wasserfall. Dieser war .. sehr abenteuerlich und nichts für schwache Nerven. Da hinunter zu gehen war eine dieser „Das erzähle ich lieber nicht meinen Eltern“ Aktionen.

Erst ist der Weg noch harmlos und gut ausgebaut, doch dann folgen ein paar äußerst rostige Treppen, provisorische Geländer aus Bambus – welche wir seit dem immer liebevoll den „Sicherheitsbambus“ nennen – und das wildeste waren die kleinen Wasserfälle die wir kraxelnd durchqueren oder uns an halb abgeriebenen Seilen hinunterhangeln mussten. Ja richtig gelesen: man klettert hier durch einen Wasserfall hinunter! Warum kein Trampelpfad daneben angelegt wird: fragt mich nicht. Vielleicht ist der Hang zu steil.

Je tiefer wir kamen, desto stickiger wurde die Luft. Für mich war das die erste Erfahrung in einem echten Regenwald. Es wurde immer grüner und nasser. Nicht zuletzt natürlich wegen der ganzen Wasserfälle! Es war atemberaubend. Überall hingen Lianen von den Bäumen und Pflanzen, die ich noch nie zuvor gesehen habe wucherten hier.

Unten im sogenannten „Green Canyon“ angekommen wird man natürlich nochmal zur Kasse gebeten. Die Einheimischen sind ja nicht doof und wittern hier das Geschäft. Willst du zum Wasserfall, dann musst du hier nochmal ein paar Rupien hinblättern (Profitipp: Bargeld dabei haben, sonst siehts schlecht aus.)

Danach muss man den Fluss noch zwei mal durchqueren und schon steht man in einer gigantischen Arena aus Wasserfällen. Da fehlen mir noch heute die Worte. So einen beeindruckenden Wasserfall habe ich seit dem nie wieder gesehen. Hier fühlt man sich wie in einem Fantasy-Film – meiner Meinung nach ein Must-Do auf Java!

Danke Malang, du hast uns atemberaubende Orte gezeigt. Die werde ich nie wieder vergessen.

Pulau Merah – Red Island Beach

Aufgepasst! Für diesen Geheimtipp war einiges an Recherche notwendig und auch heute noch ist der Ort wahrscheinlich eher unter Surfern bekannt: Fast am südöstlichsten Zipfel neben dem Nationalpark Meru Betiri gelegen ist der kleine Ort „Pulau Merah“.

An diesen Ort verirren sich nur wenige Touristen und der Strand ist meistens menschenleer – außer am Wochenende, wenn die indonesischen Touristen kommen!

Sonnenuntergang in Pulau Merah in Indonesien

Wie kommt man nach Pulau Merah?

Unsere Anreise hier her war äußerst umständlich. Da der Ort bei Touristen wenig bekannt ist, gibt es auch keine Infrastruktur um einen von quasi überall dort hin zu kutschieren. Wir mussten von Malang erst mit dem Bus in die nächstgelegenste, größere Stadt fahren (welche soweit ich mich erinnern kann „Genteng“ war), dann stiegen wir um in einen Minibus, welcher uns zum Ort Pasanggaran brachte und von dort aus mussten wir einen eigenen Transport organisieren. Zum Glück bot unser Host an, jemanden zu schicken, der uns abholen kann.
Mein Tipp an der Stelle: Mietet euch nach Möglichkeit ein eigenes Motorrad und fahrt die Strecke selbst! Viel stressfreier. Oder wenn ihr eine größere Gruppe seid: Nehmt euch einen Private Driver – das ist unkompliziert und gar nicht so teuer.

Unsere Unterkunft

Da wir als ordentliche Backpacker natürlich Geld sparen wollten, suchten wir uns ein günstiges Homestay nicht weit vom Strand aus. Unser Host war ein australischer Auswanderer, der hier sein Glück gefunden hat und seine nicht gebrauchten Zimmer untervermietet.

Wir hatten hier eine sehr besondere Zeit – In jeglicher Hinsicht. Mit der Sauberkeit in meinem Zimmer war ich zwar nicht besonders happy und auch die dicke Huntsman Spider, die bei Regen reingekrabbelt kam wurde nicht mein bester Freund. Doch Davo (so heißt der Host) und seine Freunde, die alle mehr oder weniger einen an der Waffel haben, haben uns die Zeit ja doch versüßt. Abends saßen wir mit ihm zusammen und haben indonesischen Wein getrunken und gequatscht und einen Tag wurden wir sogar im Nachbardorf bei einer befreundeten Familie von Davon zum Geburtstag eingeladen – Gastfreundschaft wie es sie an nur wenigen Orten gibt!

Ich kann Davos Homestay im Nachhinein aufgrund seiner verschrobenen und herzlichen Art empfehlen, aber Achtung! Die ganzen Sachen die er einem anbietet sind nicht aus Freundlichkeit geschenkt – die Abrechnung kommt dann am Schluss! 😀

Aktivitäten

Pulau Merah ist wie bereits geschrieben ja eher ein Geheimtipp. Es ist der perfekte Ort um einfach mal abzuschalten, seinem Gehirn eine Pause zu gönnen und vielleicht auch einfach mal ein Buch zu lesen? Wenn ich das so schreibe, dann muss ich selbst grinsen, weil ich gar nicht still sitzen kann und immer Action will auf Reisen. Hier sind 1-2 Sachen die man in Pulau Merah trotzdem gut machen kann:

Surfen

Wir sind hauptsächlich hergekommen um uns an den – angeblich – anfängerfreundlichen Wellen zu probieren. Als wir 2018 auf Bali für einen Tag uns mal am Surfen probierten, wollten wir das hier fortsetzen. Aber wie es nunmal so ist mit Dingen die man nicht ständig übt: Ich bin kläglich gescheitert. Meine Angst vor den gar nicht mal so kleinen Wellen machte mir meistens einen Strich durch die Rechnung und als ich am zweiten Tag noch einen fetten Sonnenbrand bekam, machte ich erstmal einen Haken an das Surf-Thema.

Trotzdem gibt es hier auch Surfschulen und ich glaube man kann das hier gut lernen. Es ist ja im Gegensatz zu Bali hier echt nichts los!

Nationalpark Meru Betiri

Ich könnte mich ins Bein beißen, dass wir diesen Nationalpark geskippt haben. Hier ist eins der letzten Regenwald-Schutzgebiete auf der sonst so abgeholzten Insel Java. Der Nationalpark ist Heimat der Riesenrafflesie, von Flughörnchen und vom angeblich ausgestorbenen Java-Tiger. Viele Einheimische sind überzeugt davon, dass es noch Tiger gibt – dazu gibt es spannende Artikel wie diesen hier.

Entweder wandert man zu Fuß durch den Park, oder nimmt an einer geführten Tour per Allrad-Fahrzeug teil. Ich denke beides hat seinen Reiz und ein Besuch ist ein Must-Do wenn man in der Gegend ist!

Last Stop: Banyuwangi

Der Ort Banyuwangi auf Java ist genau für zwei Dinge bekannt: Zum Einn fährt von hier die Fähre nach Bali und zum anderen ragt ein weiterer, äußerst sehenswerter Vulkan hinter dem Ort in den Himmel empor. Bevor wir die Fähre genommen haben, ging es erstmal zum Vulkan Ijen. Wir gehen rein:

Säuresee und Schwefelabbau am Vulkan Ijen

Wir standen zu einer ähnlichen Uhrzeit auf, wie auch schon bei der Bromo-Tour und fuhren mit unserem Leihroller mal wieder mitten durch die Nacht hinauf zum Vulkan.

Hier geht es nicht um den Sonnenaufgang, sondern man kommt aus einem anderen Grund nachts her um ein seltenes Naturschauspiel zu bewundern.

Ich weiß nicht, ob das das beste Weg ist, aber es wird empfohlen pünktlich zur Öffnung des Tores um 2 Uhr nachts da zu sein. Wir waren pünktlich, liehen uns am Parkplatz noch Gasmasken aus (die sind hier dringend notwendig) und kauften unsere Tickets am Schalter. Ich habe in den Google Reviews gelesen, dass man inzwischen eine Art Gesundheitsnachweis vorzeigen muss. Wie der aussieht, kann ich jedoch nicht sagen.

Danach begann der anstrengende Gewaltmarsch hoch zum Krater des Vulkans mit vielen weiteren Touristen und auch Arbeitern. Auf dem Weg nach oben unterhielten wir uns mit einem Mann, der wie einer von vielen Schwefel abbaut, der hier auf natürliche Weise entsteht. Der Knochenjob gilt als einer der gefährlichsten der Welt, da die Menschen hier von den giftigen Schwefeldämpfen krank werden und sterben. Noch dazu bekommen sie für den Schwefel sehr wenig Geld und verdienen knapp 8 bis 10 Eurp pro Tag. Wir gaben dem Mann eine kleine Spende von unserem verbliebenen Bargeld und verabschiedeten uns am Krater.

Oben am Krater angekommen hat man nicht lange Zeit um sich auszuruhen, denn sofort muss man den Abstieg hinunter in den Krater beginnen. Als wir da waren, war der Weg vollkommen überfüllt, eng und äußerst gefährlich – mal ganz davon abgesehen, dass man mitten in der Nacht in den Krater eines aktiven Vulkanes steigt. Auf dem Weg nach unten muss man seine Gasmasken anziehen, da hier die meisten Schwefelgase in der Luft sind.

Ist man unten angekommen, dann kann man das seltene, wahrscheinlich sogar einzigartige Naturwunder bestaunen. Die heißen, austretenen Schwefelgase verbrennen hier in leuchtend blauen Flammen. Ein richtiger Bucket-List-Moment! Wären da nicht hunderte andere Menschen, die einem die Sicht versperren, laut quatschen und alle DAS eine Video für Social Media filmen. Ich muss ehrlich sagen: Es ist wahnsinnig beeindruckend, aber die Menschenmassen haben mir die Erfahrung kaputt gemacht. Ich habe da unten aufgrund dessen selbst auch kein Bild oder Video machen wollen. Wir wollten einfach nur weg und gingen wieder hoch zum Krater um den Sonnenaufgang sehen zu können.

Oben angekommen freuten wir uns schon den gewaltigen Säuresee mit eigenen Augen sehen zu können, doch wir wurden leider enttäuscht. Die Natur hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht und alles war voller Schwefeldampf! Wir konnten nur ein kleines Stück des Sees erahnen. Trotzdem konnte ich 1-2 coole Bilder hier oben schießen.

Mann bei Sonnenaufgang am Krater des Ijen Vulkans auf Java in Indonesien.

Mehr oder weniger befriedigt von der Erfahrung am Ijen gingen wir den steilen Bergweg zurück zu unserem Roller, fuhren nach Hause und freuten uns am nächsten Tag nach Bali überzusetzen.

Fazit

Wenn du es wirklich geschafft hast, dich durch diesen unglaublich langen Artikel zu kämpfen, dann wirst du feststellen, dass Java wirklich atemberaubende Orte zu bieten hat! Von Vulkanen, Mega-Citys, Tempeln und den letzten Regenwäldern ist alles dabei. Jeder kann hier meiner Meinung nach auf seine Kosten kommen, egal ob man Abenteuer oder Entspannung sucht.

Wir haben selbst nur wenig gesehen und doch habe ich einen guten Eindruck von der Insel bekommen können und bin dankbar für diese wunderbare Erfahrung.

Terima kasih Jawa <3

Nachtrag: Gib mir gerne ein Feedback ob der Artikel nicht doch zu lang ist. Ich überlege ihn auf mehrere Artikel zu splitten, dann kann ich vielleicht doch nochmal besser auf die einzelnen Themen eingehen, ohne dass es dann den Rahmen sprengt.

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