Zur Hauptsaison auf Kreta

Lagune und Strand von Balos auf Kreta

Wer mich kennt weiß, dass ich Hauptreisezeiten gerne nach Möglichkeit vermeide. In tropischen Regionen ist es hilfreich sich nach den Regenzeiten auszurichten, doch in Europa – wie auch auf der beliebten Ferieninsel Kreta – kann man getrost zur Nebensaison anreisen. Da mein Partner und ich jedoch im Hochsommer in Griechenland zu einer Hochzeit eingeladen waren, packten wir die Gelegenheit am Schopf à la „Wenn man eh mal in der Gegend ist“ und schauten uns Kreta etwas genauer an. Spoiler: Eine Woche ist natürlich viel zu wenig Zeit!

Heraklion

Die Hauptstadt der Insel Kreta ist nicht das klassische Urlaubsparadies, doch hier liegt der größte Flughafen der Insel und viele Urlauber kommen hier an. Ein weiterer bedeutender Flughafen ist in Chania (im Westen der Insel). Apropos Flughafen: Der Flughafen in Heraklion ist bis heute der schlimmste Flughafen, den ich je gesehen habe. An jeder Ecke war etwas kaputt und er ist für die Scharen an Besuchern, die auf die Insel kommen einfach nicht gemacht.

Verweilt man in Heraklion, dann empfehle ich es durch die Straßen der Altstadt zu schlendern und am Hafen die Festung Koules zu besuchen.

Ausflug zum Palast von Knossos

Diesen Tagesausflug kann ich wärmstens empfehlen. Die Tempelanlage ist 5km südlich von Heraklion gelegen und ist der größte der minoischen Tempel auf Kreta.

Die Minoer waren eine bronzezeitliche Hochkultur, welche auf der Insel Kreta ihren Ursprung hat. Die Anlage diente als politisches, wirtschaftliches und religiöses Zentrum und ist für seine komplexe Architektur mit zahlreichen Räumen, Höfen und Gängen bekannt.

Die Ruinen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts von Arthur Evans ausgegraben und teilweise rekonstruiert. Wobei dieser viele Fehler gemacht hat und sich bei der Rekonstruktion moderner Mittel wie Stahlbeton bediente. Seine Praxis gilt als äußerst umstritten.

Rethymno

Mit dem Mietwagen ging es für uns von Heraklion weiter nach Westen in die kleine Stadt Rethymno. Sie liegt ungefähr auf halbem Weg nach Chania und hat uns richtig verzaubert.

Auch hier gibt es einen wunderschönen, venezianischen Hafen und die Sonnenuntergänge haben mich hier einfach nur umgehauen. Ein Must-Do meiner Meinung nach. Am Hafen gibt es viele Restaurants (vorsicht Touri-Fallen) und Läden, denen man einen Besuch abstatten kann. Meine Empfehlung ist: Lieber in zweiter oder dritter Reihe hinter den bekannten Straßen nach einem guten Restaurant suchen. Außer man möchte auf den fabelhaften Meerblick nicht verzichten – da werde selbst ich schwach!

In Rethymno lohnt es sich wieder durch die Altstadt zu schlendern und den Zauber der wunderschönen Gassen aufzusaugen. Da braucht es für mich gar keine Sehenswürdigkeiten, wenn ein Ort so hübsch ist. Hier könnten wir es uns gut vorstellen eine Workation zu machen, da es alles gibt was man braucht, der Ort aber nicht zu stressig und überrannt ist.

Chania

Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich Rethymno oder Chania besser finden soll! Beide Städte sind historisch und ästhetisch gesehen ein Traum. In beiden Städten gibt es leckeres Essen und man kann tolle Ausflüge machen. Hach die Wahl ist schwer!

Mir kam es so vor, als ist Chania von beiden Städten die touristischere. Hier quetscht man sich in der Hauptsaison mit hunderten weiterer Leute durch die Gassen und ärgert sich noch ein bisschen mehr über die Preise. Schön ist die Stadt allemal. Auch hier gibt es einen traumhaften Hafen und Blick auf den Sonnenuntergang.

Der venzianische Hafen von Rethymno auf Kreta

Tagestrip zum Balos Beach

Der berühmte Strand von Balos befindet sich am äußersten Fleckchen im Westen von Kreta bei der gleichnamigen Lagune von Balos. Hier kann man im warmen, türkisfarbenen Wasser baden und die wunderschöne Aussicht dieser grandiosen Natur bestaunen. Neben der Samaria-Schlucht und dem Strand von Elafonisi ist die Lagune eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Kreta.

Die Anreise erfolgt auf zwei Arten:

Per Allradfahrzeug
Entweder schafft ihr es eine Autovermietung zu finden, die es euch nicht vertraglich verbietet die holprige und abenteuerliche Straße zur Lagune von Balos anzufahren. Oder ..

Per Fähre
Ihr nehmt die Fähre, welche über und über befüllt mit Touristen ist, euch dafür aber gemütlich zur Lagune und wieder zurück schippert. Für diese Variante haben wir uns entschieden.

Wie es bei organisierten Tagestouren leider oft der Fall ist, war die Zeit vor Ort sehr begrenzt. Man schafft es gerade so ein paar Meter den Berg hochzulaufen um eine bessere Aussicht auf die malerische Insel Tigani zu erlangen und dann noch etwas baden zu gehen, bevor es schon wieder weiter ging.

Zwischenstopp auf der Insel Gramvousa

Die kleine Nachbarinsel war ein kurzer Zwischenstopp auf unserem Rückweg des Tagestrips. Sie ist unbewohnt, aber wurde in der Vergangenheit militärisch und strategisch genutzt. Noch heute sind Überbleibsel der Nutzung zu sehen. Erklimmt man den Gipfel der Insel kann man die Ruinen besuchen.

Zu erst bauten die Venezianer auf der Insel die Festung zur Kontrolle der Seerouten, dann nutzten Piraten die Insel um von hier aus Handelsschiffe zu überfallen und zu Letzt bot sie Zuflucht für Rebellen und Flüchtlingen als Schutz vor den osmanischen Herrschern.

Der Palmenstrand von Preveli

So schön wie die Strände im Mittelmeerraum auch sind, oft können sie tropischen Stränden nicht das Wasser reichen. Woran das liegt? Meiner Meining nach fehlen einfach die Palmen! Doch an diesem Strand sollte es welche geben.

Anreise

Da der Strand im Süden der Insel liegt, muss man durch das bergige Inland der Insel fahren und durchquert eine atemberaubende Schlucht auf dem Weg – die Fahrt lohnt sich!

Aber allgemein sei gesagt: Die Straßen im Süden von Kreta haben es in sich.

Erreicht man den Parkplatz vom Strand, führen Treppenstufen hinunter. Hier ist Vorsicht geboten , denn in der Mittagssonne gibt es keinen Schatten auf dem Weg nach unten.

Der Strand

Unten angelangt, war der Strand bereits gut voll. Und mein erster Eindruck war: Gar nicht mal so schön hier? Auch das Wasser war an der Flussmündung eher kalt. Ich weiß: Meckern auf hohem Niveau, vor allem im August.

Das wahre Highlight beginnt meiner Meinung nach erst hinter dem Strand. Geht man den Weg zwischen den Dattelpalmen entlang, gelangt man an wunderschöne kleine Buchten am Fluss und kann im dortigen, ebenfalls eher kalten Wasser baden und unter den Palmen den nötigen Schatten finden.

Es ist wirklich ein atemberaubender Ort! Die Schlucht mündet hier direkt ins Meer und die Dattelpalmen wachsen hier auf natürliche Weise in einem Hain. So viel Grün fand ich eine willkommene Abwechslung im sonst so staubtrockenen August auf Kreta.

Dattelpalmen in der Schlucht von preveli

Insta-Hotspot: Seitan Limani

Strand Seitan Limani auf Kreta

In einer Woche schafft man es nicht, sich viele Orte anzuschauen. Also suchten wir uns grundsätzlich Orte heraus die von der Fahrzeit für uns machbar waren. Auf der Halbinsel „Akrotiri“ bei Chania war ein Ort den ich – wie sollte es auch anders sein – bei Instagram gesehen habe. Manchmal sind so Insta-Hotspots tatsächlich einen Besuch wert.

Der Weg dorthin ist an sich sehr gut befahrbar, lediglich das letzte Stück Straße geht in Serpentinen herunter. Das ist ja gar nichts für mich .. Dann kommt ein Parkplatz und den Rest des Weges muss man wieder zu Fuß herunter zum Strand laufen.

Und wenn man sich fragt wo die ganzen Influencer sich so rumtreiben: Eindeutig hier. Das Publikum bestand gefühlt nur aus aufgepumpten oder aufgesprizten Personen, einer attraktiver als der nächste (nach dem gängigen Schönheitsideal jedenfalls). Hier wurden Fotos geknipst und Videos gedreht. Ich fand die Atmosphäre eher unangenehm. Noch dazu war der Strand voller Ziegen, die sich über die Snacks der Leute hermachten, wenn diese baden gingen. Natürlich sind die Leute auch so dämlich gewesen und fütterten die Ziegen auch noch an. Es war ein Chaos an diesem Strand. Schatten gab es auch kaum – Also packt euren Sonnenschirm ein, wenn ihr hier her wollt.

Abgesehen davon, dass der Strand voll war, ist das Wasser hier traumhaft schön und klar. Man kann von den Felsen springen und im Wasser sogar Fische schwimmen sehen. Wen die anderen Punkte nicht stören, kann hier eine tolle Zeit haben!

Abschließende Worte zu Kreta

Kreta hat uns wirklich sehr gut gefallen und ich würde es jedem ans Herz legen sich hier einen Mietwagen zu nehmen und die Insel zu erkunden. Wir wählten ein Hotel in dem kleinen Dorf Vafes aus und fühlten uns dort sehr wohl. Die Gastfreundschaft der Bewohner hat uns einfach nur umgehauen. Ein Mal saßen wir in dem kleinen Café/Restaurant des Ortes und die Dorfbewohner haben uns einfach im Vorbeigehen frisches Obst geschenkt. Wir schauten uns auch das örtliche Olivenölmuseum an und kamen ins Gespräch mit dem Betreiber. Ihm gehört ebenfalls ein kleiner Trödelladen im Dorf. Solltet ihr in der Nähe sein, dann stattet ihm doch einen Besuch ab. Er hat tolle Dinge im Angebot!

Von Vafes aus haben wir auch noch eine Wanderung in die Imbros-Schlucht gemacht. Die ist von hier gar nicht weit weg. Für die Samaria-Schlucht hat die Zeit leider nicht gereicht – würde ich beim nächsten Besuch aber nachholen!

Imbros Schlucht
Griechischer Yoghurt mit Honig.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner