Abu Dhabi

Unser erster Zwischenstopp auf dem Weg nach Neuseeland führte uns in die Hauptstadt der Vereinigsten Arabischen Emirate. Hier hatten wir einen Tag Zeit um einen Eindruck von der Stadt zu gewinnen und ich sage euch: Meine Stadt ist es nicht.

Unterkunft

Da wir als arme Backpacker natürlich Geld sparen wollten, wählten wir eine verhältnismäßig günstige Unterkunft außerhalb des Stadtzentrums von Abu Dhabi. Wir waren mit der Ausstattung prinzipiell zufrieden, doch näher am Stadtzentrum und Strand wäre schon besser gewesen.

Unser Hotel war das „Villagio Hotel“ – das gibt es auch heute noch und kostet für eine Nacht über Booking 73€ für zwei Personen. Es hat eine Bewertung von 7,5 Sternen und das würde ich unterschreiben.

Abu Dhabi erkunden

Natürlich kann man an einem Tag nicht viel von einer Stadt sehen, doch wir haben das Beste draus gemacht und ein absolutes Highlight reingequetscht bekommen.

Wir liefen also von unserem Hotel aus los – was hier sehr unüblich ist. Bei 38 Grad laufen die Einheimischen in der Regel nicht draußen herum. Das machen nur die Almans die Geld sparen wollen. Gang und Gebe ist es den Motor des Autos beim Halten und Parken laufen zu lassen, damit die Klimaanlage nicht ausgeht … Klimaerwärmung ist hier nicht so ein großes Thema.

Unser Weg führte uns an Hochhäusern und Palmen vorbei, bis wir am Corniche Beach angelangten. Da habe ich leider keine Bilder machen können, weil es schlichtweg verboten ist. So ziemlich alles ist dort verboten. Es gab ein riesiges Schild am Eingang zum Strand, was man alles nicht machen durfte – Sehr einladend. Dass ich da im Bikini liegen durfte war ein Wunder schätze ich ..

Bei unserem Streifzug durch die Stadt kamen wir zu einem kleinen Park und fanden es extrem absurd hier eine grüne Wiese vorzufinden. Damit das Gras nicht vertrocknet, muss dieses permanent mit Rasensprinklern gewässert werden. Seltsam, aber trotzdem war es ein netter Anblick in der sonst so kargen Umgebung.

Das Highlight der Stadt

Nachdem die Stadt uns nicht so umgehauen hatte, folge doch noch ein Highlight! Mit dem Bus wollten wir ganz in den Osten der Stadt, denn dort steht ihr Wahrzeichen – die Scheich-Zayid-Moschee.

Wieder wollten wir Sparfüchse kein Taxi nehmen und entschieden uns für eine Busfahrt. Zur berühmten Moschee gab es eine Verbindung, also dachten wir uns „give it a go“. Was an dieser Stelle erwähnt werden sollte: In Abu Dhabi braucht man eine Berechtigungskarte um Bus fahren zu dürfen. Diese wird beim Ein- und Aussteigen gescannt und der Fahrtpreis wird automatisch berechnet und vom Guthaben der Karte abgezogen. Genau so eine Karte hatten wir natürlich nicht und wollten mit Bargeld zahlen. Doch wie in vielen anderen Ländern auch, ist Bargeld ein Relikt aus vergangenen Zeiten und der Busfahrer machte uns klar, das man auf keine andere Weise ein Busticket kaufen kann als mit der Karte. So nett wie er war, ließ er uns verloren aussehende Touristen trotzdem mitfahren. Diese Rechnung haben wir ein paar Haltestellen später jedoch ohne den dazugestiegenen Kontrolleur gemacht. Wir dachten schon, dass wir nun ein dickes Bußgeld zahlen müssten, doch der liebe Busfahrer boxte uns aus der Situation raus und wir durften bis zur Moschee weiter fahren – Glück gehabt!

Notwendige Vorbereitungen

Bevor man die Moschee betritt, muss jede Person sich adäquat kleiden. In der Mall die vor der Moschee ist, bieten sich einige Optionen wo man traditionelle Gewänder ausleihen oder kaufen kann. Mein Partner und ich ließen uns einkleiden und nahmen die günstigste Option kurzerhand mit. Mein Gewand kostete um die 20€, das meines Partners etwas mehr.

In der unterirdischen Mall gibt es außerdem noch diverse Gelegenheiten zum essen (z.B. gab es auch einen Subway) und man findet hier den Eingang zur Moschee.

Ein Traum aus Marmor und Gold

Was sich uns hier für ein architektonisch beeindruckendes Bauwerk darbot, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Man wandert auf Marmorboden vorbei an verzierten Säulengängen welche mit allerlei Gold geschmückt sind. Wirklich wunderschön ist diese Moschee, welche außerdem von vielen Wasserbecken umgeben ist.

An den ausgewiesenen Fotospots darf man posieren – aber rumhampeln oder sich berühren ist mal wieder verboten. Das ist auch gar nicht schlimm, sondern anfangs einfach nur befremdlich. Ich musste mich zudem bemühen, dass die Kapuze meines Gewandes an Ort und Stelle bleibt, denn unerwarteter Weise wehte hier oben ein recht starker Wind.

Eine weitere Sache die wir äußerst befremdlich fanden, war dass extrem wenig Menschen bzw. Touristen unterwegs waren. Die Stadt und auch die Moschee wirkten fast wie ausgestorben auf uns. Wir hätten nicht gedacht, dass der Tourismus hier so stark saisonabhängig ist. Aber auf Bildern sieht es natürlich tausend Mal schöner aus, wenn keine Menschenmassen mit drauf sind!

Fazit

Ich möchte Abu Dhabi nicht verteufeln, aber ein Fan werde ich auch nicht mehr. Die meiste Zeit über fühlte ich mich doch eher unwohl und hatte Angst etwas falsch zu machen, oder mich falsch zu kleiden. Die Nebensaison ist heiß (was zu erwarten war) und menschenleer – dann schätze ich, dass es im Umkehrschluss zur Hauptsaison wahrscheinlich sehr voll sein wird.

Außderdem finde ich es schwierig eine Stadt zu beurteilen, wenn man nur einen Tag da war. Ich habe einen Eindruck bekommen können, doch es gibt noch weit mehr zu sehen. Es gibt z.B. Mangroven durch die man wandern kann, oder ein Louvre-Museum, was ganz sicher sehr sehenswert ist. Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann hätten wir auch gerne einen Ausflug zur Wüstenoase Al-Ain gemacht oder uns den Präsidentenpalast angeschaut.

Abu Dhabi hat bestimmt mehr zu bieten, aber ich weiß nicht ob ich nochmal hinfliegen müsste.

Warst du schon mal in Abu Dhabi? Oder in Dubai? Was hast du so erlebt und welche Erfahrungen hast du dort gemacht? Schreib es gerne in die Kommentare.

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